Matzinger springt ins kalte Wasser…

Radsport Angerer unterstützt Günther Matzinger auf den Weg zu den Sommer-Paralympics 2020 in Tokio

 

Auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist Günther Matzinger, zweifacher Paralympicssieger und zweifacher Weltmeister in der Leichtathletik, im Triathlon fündig geworden. Bereits am kommenden Sonntag gibt der 30-Jährige über 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen in Aguilas (ESP) sein Debüt auf Weltcup-Ebene.

Zeitgleich mit dem 15-jährigen Jubiläum des Salzburg-Marathons bestreitet der Salzburger Parade-Leichtathlet seinen ganz persönlichen Marathon: „Die Sprintdistanz im Triathlon ist für mich mit einem Marathon vergleichbar“. Langwierige Achillessehnenprobleme im Vorjahr und viel Alternativtraining im Schwimmbecken des USLZ Rif waren der Anfang eines spannenden neuen Kapitels mit Triathlontrainer Franz Lugstein. „Lucky hat mir ein paar technische Dinge beim Schwimmen gezeigt und irgendwann ist die Idee entstanden, nach der Leichtathletiksaison einen Triathlon zu versuchen. Das Training dafür hat mir irren Spaß gemacht und ich habe die Abwechslung der drei Disziplinen spannend gefunden“, schilderte der Salzburger seine Begeisterung für die Sportart. Die Fortschritte sind für Matzinger schon deutlich erkennbar: „Auch das Training selbst unterscheidet sich sehr von meinem 400-Meter-Training und ich merke Tag für Tag, dass viel weitergeht und ich mich schnell verbessere“.

Die Tatsache, dass Matzinger in der Leichtathletik keine längeren Strecken als 400 Meter absolviert, machte die Entscheidung, einen ernsten Versuch im Triathlon zu wagen, einfacher. „Ich bin eigentlich eher ein Ausdauertyp. Dass die 800 Meter aus dem Programm gestrichen worden sind, ist schade. Hier sehe ich im Triathlon für mich wirklich eine Perspektive.“ Um seinem Steckenpferd, der Leichtathletik, dennoch treubleiben zu können, gilt es für Matzinger einen Spagat zu schaffen: „Ich möchte heuer im Triathlon Fuß fassen, aber auch bei den Leichtathletik-Europameisterschaften über 400 Meter um Medaillen kämpfen. Vielen halten das für unrealistisch, aber wir werden sehen“, meint der 30-Jährige. Begleitet wird das Leichtathletik-Triathlon-Projekt von Langzeittrainer Edi Holzer (Lauf, Rad) und Triathlontrainer Franz Lugstein (Schwimmen).

Der Wettkampf am 6. Mai dient einer ersten Standortbestimmung. „Ich möchte einfach herausfinden, wo ich momentan stehe. Der 5.000-Meter-Lauf ist sicher mein Steckenpferd, da kann ich vorne bis ganz vorne mitmischen. Im Radfahren kann ich mich ganz schwer einschätzen. Hier ist meine Form in den letzten zwei Monaten rapide gestiegen und ich merke, dass ich noch große Reserven habe. Im Schwimmen muss ich durchbeißen, da bin ich sicher noch weit hinten“, so Matzinger. Der Bewerb in Spanien ist jedenfalls ein echter Gradmesser: „Der Weltranglistenzweite ist bei diesem Wettkampf auch am Start – das gibt mir Orientierung für spätere Wettkämpfe. Ich sehe diesen Wettkampf mal als erste Standortbestimmung.“ Den Triathlon im Hinblick auf die Paralympics 2020 in Tokio weiter zu forcieren, schließt der Salzburger nicht aus. In die Leichtathletik-Freiluftsaison steigt Matzinger Mitte Juni beim Grand Prix in Paris ein.

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